Härteprüfung – Bedeutung und Verfahren: Die Härteprüfung dient zur Bestimmung des mechanischen Widerstands eines Werkstoffs gegenüber dem Eindringen eines härteren Prüfkörpers. Sie ist eine zentrale Kenngröße für das Verschleißverhalten bei mechanischer Beanspruchung und stellt neben der Festigkeit ein wichtiges Kriterium für die Auslegung und Beurteilung von Bauteilen dar. Werkstoffe mit hoher Härte, wie beispielsweise Schneidwerkzeuge oder gehärtete Zahnräder, zeichnen sich durch eine hohe Verschleißfestigkeit aus, können jedoch gleichzeitig eine geringere Zähigkeit aufweisen und somit bruchanfälliger sein.

Mobile Härteprüfung (HT)

Wir führen Härteprüfungen mobil und direkt bei Ihnen vor Ort durch. Dies ermöglicht eine schnelle Qualitätssicherung sowie ein unmittelbares Eingreifen bei Abweichungen. Zu den gängigen Verfahren der Härteprüfung zählen die Prüfmethoden nach Brinell, Vickers und Rockwell. Diese unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Art des Eindringkörpers sowie die Auswertung der Prüfergebnisse..

  • Härteprüfung nach Brinell (HB)
    Bei der Brinell-Prüfung wird eine Hartmetallkugel (früher gehärteter Stahl) als Eindringkörper verwendet. Das Verfahren eignet sich insbesondere für weiche bis mittelharte Werkstoffe, wie ungehärtete Stähle, Gusseisen und Nichteisenmetalle. Die Härte wird aus dem Durchmesser des Eindrucks unter definierter Prüfkraft berechnet.
  • Härteprüfung nach Vickers (HV)
    Die Vickers-Prüfung erfolgt mit einer Diamantpyramide mit einem Spitzenwinkel von 136°. Der Prüfkörper dringt in die Oberfläche ein und hinterlässt einen quadratischen Eindruck. Zur Bestimmung der Härte werden die beiden Diagonalen des Eindrucks gemessen und unter Berücksichtigung der Prüfkraft ausgewertet. Dieses Verfahren ist universell für nahezu alle Werkstoffe und Härtebereiche einsetzbar. 

  • Härteprüfung nach Rockwell (HR)
    Bei der Rockwell-Prüfung kommen je nach Skala entweder ein Diamantkegel (Brale) oder eine Hartmetallkugel zum Einsatz. Die Härte wird nicht aus der Eindrucksfläche, sondern aus der Eindringtiefe ermittelt. Diese ergibt sich aus der Differenz zwischen Vorlast und Hauptlast. Das Verfahren ermöglicht eine schnelle und direkte Ablesung des Härtewerts.

Anwendungsbeispiele

  • Rohrbögen: Überprüfung der Werkstoffkonformität nach dem Umformen, um festzustellen, ob sich die Härte durch den Biegeprozess unzulässig verändert hat.
  • Schweißnähte in Kraftwerksanlagen: Nach einer Wärmebehandlung (PWHT) lassen sich durch Härtemessungen Rückschlüsse auf Gefügeveränderungen ziehen.

Zu hohe oder stark schwankende Härtewerte können auf ein inhomogenes Gefüge hinweisen und die Gefahr von Rissbildung erhöhen.

Leistungsumfang: Die mobile Härteprüfung führen wir standardmäßig nach dem Vickers-Verfahren durch. Auf Wunsch erfolgt eine normgerechte Umwertung der Messergebnisse in vergleichbare Werte nach Brinell (HB) oder Rockwell (HR).